Wirtschaftscluster für angewandte KI

Deutsch Norwegisch (Buchsprache)

Im September 2019 hat Smart Innovation Norway in Zusammenarbeit mit zentralen Partnern aus der Wirtschaft ein neues Wirtschaftscluster für angewandte Künstliche Intelligenz (KI) präsentiert, dessen Ziel es ist, norwegische Unternehmen auf dem Weg in die Zukunft zu unterstützen.

Künstliche Intelligenz (KI) ist keine Vision mehr, vielmehr ist sie bereits Realität und wird in den kommenden Jahren die meisten Gesellschaftsbereiche beeinflussen. Neben den vielen Herausforderungen, die der Übergang zu KI mit sich bringt, eröffnen sich auch zahlreiche Chancen. Das neue KI-Cluster, Cluster for Applied KI, soll dazu beitragen, dass Norwegen eine führende Position im Bereich der rentablen und nachhaltigen Anwendung von KI in der Wirtschaft einnimmt.

Die Entwicklung digitaler Technologien hat in den letzten Jahren deutlich an Fahrt gewonnen und dazu geführt, dass öffentliche und private Unternehmen mit dem Einsatz von KI für die Verbesserung ihrer Abläufe, die Effizienzsteigerung sowie die Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen begonnen haben oder dies erwägen. Ziel des Clusters ist es, norwegische Unternehmen nachhaltiger zu machen und auf eine neue Welt vorzubereiten, die stark von dieser Technologie geprägt sein wird.

Norwegische Unternehmen sind davon abhängig, die Wettbewerbsvorteile zu nutzen, die KI ihnen bietet, um zukünftig konkurrenzfähige Innovationen entwickeln zu können. Das Cluster bietet die Möglichkeit zu einer umfassenden Zusammenarbeit, die auf dem Austausch von Daten, Infrastruktur und weiteren Technologien basiert, in die die Partner aus eigener Hand nicht investieren könnten.

„Norwegen hat seine Digitalisierungsstrategie verhältnismäßig spät präsentiert, das sagt viel über die mangelnde Aufmerksamkeit aus, die künstlicher Intelligenz zuteilwurde.“

Kjell Reidar Mydske, Head of Clusters bei Smart Innovation Norway

Ein praxisorientierter Ansatz

Das Wirtschaftscluster wird mit seinen Mitgliedern viele verschiedene Projekte durchführen. Unter anderem arbeitet ein am Cluster beteiligtes Unternehmen an einem Projekt, das sich explizit mit der Einrichtung und Weiterentwicklung von Plattformen für die Entwicklung und Kooperation von Clustern beschäftigt.

„Wir finden es spannend, Künstliche Intelligenz in der eigenen Entwicklung innerhalb des Clusters anwenden zu können. Smart Innovation Norway setzt KI in den Bereichen Energiemanagement und Verbrauchsprognosen sowie für die Produktion in dezentralisierten Energiesystemen ein. Das Ziel ist es, Kosten zu senken und das Netz besser auszunutzen. Ein Beispiel ist das E-LAND-Projekt“, erklärt Kjell Reidar Mydske, Head of Clusters bei Smart Innovation Norway.

Laut einer Pressemitteilung des Unternehmens soll sich das Projekt nicht ausschließlich auf KI beschränken, sondern gleichzeitig verwandte Themen und Herausforderungen wie Cybersicherheit, Unternehmensentwicklung, Ethik und Rahmenbedingungen, Menschen und Organisationen einbeziehen. Auf diese Weise geht das Cluster so praxisorientiert wie möglich an das Thema heran.

Norwegen hinkt hinterher

Smart Innovation Norway hat im Zusammenhang mit der Präsentation darauf hingewiesen, dass Norwegen mit seinen Initiativen im Bereich KI weit hinter anderen Ländern zurückliegt. Gegenüber der AHK Norwegen berichtete Mydske, dass für Investitionen, die auf Künstliche Intelligenz abzielen, nur wenig Kapital zur Verfügung stehe, und dass KI für kleinere Unternehmen bisher zu teuer und zu wenig zugänglich gewesen sei.

„Aufgrund des fehlenden Fokus in der Forschung fehlten in Norwegen Fachkräfte mit dem richtigen Wissen. Gleichzeitig geht es der norwegischen Wirtschaft gut und die hohen Ölpreise haben dazu beigetragen, dass es schwierig war, den Fokus auf zukünftige und erforderliche Investitionen zu lenken“, erklärt Mydske, ergänzt aber, dass sich dies allmählich ändert.

Sowohl im privaten als auch im öffentlichen Leben besteht Bedarf an einer größeren Investitionsbereitschaft in diesem Bereich. Auch die norwegischen Behörden haben bisher nicht auf Künstliche Intelligenz gesetzt und erst im Juni 2019 eine Digitalisierungsstrategie vorgestellt.

„Norwegen hat seine Digitalisierungsstrategie verhältnismäßig spät präsentiert, das sagt viel über die mangelnde Aufmerksamkeit aus, die künstlicher Intelligenz zuteilwurde“, stellt Mydske fest.

„Das Wirtschaftscluster vereint die Exzellenz im Bereich KI in Norwegen und sucht nach einem praxisorientierten Ansatz zum Einsatz von KI im Energiesektor. Eine solche Initiative auf nationaler Ebene wird jedem Mitgliedsunternehmen zugutekommen und dazu beitragen, die Wettbewerbsfähigkeit der norwegischen Wirtschaft zu verbessern.“

Knut H. H. Johansen, Geschäftsführer von eSmart Systems

Hohe KI-Kompetenz

Das Cluster besteht neben Smart Innovation Norway aus zwei weiteren Initiatoren: dem größten Forschungsinstitut Norwegens, IFE, und eSmart Systems. Mit seinen Kompetenzen und seinem Wissen auf diesem Fachgebiet trägt eSmart Systems bei und entwickelt KI-Softwarelösungen für den Energiesektor und für Dienstleister. Ziel des Unternehmens ist die aktive Förderung von Innovation und neuen Technologieansätzen in Norwegen.

„Das Wirtschaftscluster vereint die Exzellenz im Bereich KI in Norwegen und sucht nach einem praxisorientierten Ansatz zum Einsatz von KI im Energiesektor. Eine solche Initiative auf nationaler Ebene wird jedem Mitgliedsunternehmen zugutekommen und dazu beitragen, die Wettbewerbsfähigkeit der norwegischen Wirtschaft zu verbessern“, erklärt Knut H. H. Johansen, Geschäftsführer von eSmart Systems gegenüber der AHK Norwegen.

Kooperationsbedarf

Die Rückmeldungen, die das Cluster vor und nach seiner Gründung im September erhalten hat, zeigen den Kooperationsbedarf in einem Bereich, der künftig für die Wettbewerbsfähigkeit und Innovation norwegischer Unternehmen wichtig sein wird. Bereits bei seiner Präsentation im September bestand das Cluster aus 40 Mitgliedern.

„Die Resonanz war überwältigend. Inzwischen konnten wir unsere Mitgliederzahl auf 53 steigern, das ging sehr schnell, und nach der Präsentation haben sich viele weitere Interessenten an uns gewandt“, berichtet Mydske zufrieden. Das Ziel ist nun, alle Interessierten und lernbereiten Akteure zusammenzubringen, damit Norwegen in dem bisher eher vernachlässigten Bereich ein wenig aufholen kann.