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Am 14. Juni 2019 präsentierte Außenministerin Ine Marie Eriksen Søreide im Rahmen einer multilateralen Zusammenarbeit die aktualisierte Version der Deutschland-Strategie der norwegischen Regierung. Die Anwesenheit des deutschen Außenministers Heiko Maas in Oslo steht nicht nur für die sehr guten bilateralen Beziehungen, sondern signalisiert, dass diese starke Partnerschaft eine Voraussetzung ist, um auch europäische und internationale Herausforderungen gemeinsam anzugehen.

Starke bilaterale Beziehungen für Europa und die Welt

Die deutsch-norwegischen Beziehungen sind schon seit Jahrzehnten ausgezeichnet. Das ist nicht zuletzt das Ergebnis einer langjährigen Zusammenarbeit, die 1999 erstmals in einem Strategiepapier von norwegischer Seite formalisiert und seither systematisch vorangetrieben wurde. Deutschland und Norwegen haben eine gut funktionierende Partnerschaft aufgebaut und wollen diese auch in Zukunft pflegen. Gemeinsame Werte sorgen für starke Bande zwischen den Ländern. Daher ist es nicht überraschend, dass Norwegen die gezielte Zusammenarbeit erneut auf die Agenda gesetzt hat.

Angesichts der unruhigen politischen Weltordnung und der weltweit drohenden Handelskonflikte hat die norwegische Regierung erkannt, dass es an der Zeit ist, auf die veränderten politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu reagieren. Und zwar, indem man bei internationalen Fragen wie Verteidigungspolitik, Nachhaltigkeit und Klimaziele noch stärker auf Gleichgesinnte setzt. Insofern ist die aktualisierte Strategie eine richtige und notwendige Initiative, die sicherstellt, dass das Potential der Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern weiter ausgeschöpft wird.

Die in den letzten Jahrzehnten ausgebauten Beziehungen ermöglichen, dass man sich größere Ziele setzen kann und muss. In der 2019er Version der Deutschland-Strategie steht deshalb die deutsch-norwegische Zusammenarbeit im internationalen Kontext an erster Stelle. Im Weißbuch für Multilateralismus der norwegischen Regierung stellt sie ebenfalls einen zentralen Punkt für eine effektive Europapolitik dar. Der Tonus lautet: Gemeinsam mit Deutschland für multilaterale Beziehungen, internationale Regeln und einen freien Welthandel. Die deutsch-norwegischen Wirtschaftsbeziehungen sind ein bedeutender Faktor in dieser Zusammenarbeit.

Die Wirtschaft im Blick

Deutschland ist der zweitwichtigste Handelspartner Norwegens. Die Strategie kann jedoch nur funktionieren, wenn auch Deutschland den Fokus auf Norwegen schärft. Maas verdeutlichte in seiner Rede, dass die Bundesrepublik in Norwegen einen Partner auf Augenhöhe sehe, und das Land auch zukünftig ein attraktiver Markt sei. Viele deutsche Unternehmen sind seit Jahren in Norwegen aktiv oder investieren in die lokale Wirtschaft.

So eröffnete Siemens im vergangenen Jahr ein Batteriewerk in der Nähe von Trondheim, die Stadtwerke München sind am Ausbau der norwegischen Windenergie beteiligt und Volkswagen investiert gerade in ein Rechenzentrum in Rjukan, um nur einige Großprojekte anzuführen.

Aber auch im Kleinen passiert viel: Die AHK Norwegen betreut derzeit mehr als 350 mittelständische Unternehmen beim Markteintritt in Norwegen. „Made in Germany“ ist immer noch eine starke Marke – und Norwegen sieht deutsche Industriebetriebe zurecht als qualitätsorientiere und zuverlässige Kooperationspartner.

Für die AHK Norwegen sind insbesondere die wirtschaftlichen Ziele der deutsch-norwegischen Zusammenarbeit interessant. Hier sind insbesondere drei Neuerungen aus der Strategie hervorheben:

  • Norwegen soll sich weiterhin als stabiler und verlässlicher Lieferant von Energie für den deutschen Markt auszeichnen und für Deutschlands Vorgehen im Hinblick auf Energiewende und Erreichen der Klimaziele in Europa ein wichtige­­r Mitwirkender und Kooperationspartner sein.

    Die Präsentation und Diskussion relevanter Energie-, Klima- und Umweltthemen und -technologien, wie die CO2-Abscheidung und -speicherung (CCS), gehört zu den Kernaufgaben der AHK Norwegen, und wird zum Beispiel im Rahmen des deutsch-norwegischen Energiedialogs diskutiert.
  • Die nachhaltige Verwaltung und Nutzung der Meeresressourcen als Grundlage einer gestärkten Meereswirtschaft soll durch den Dialog und die Zusammenarbeit mit Deutschland gefördert werden.

    Dadurch ergeben sich Geschäftschancen für deutsche Unternehmen. Der Erfolg des von der AHK Norwegen organisierten deutschen Pavillons auf der Nor-Shipping 2019 sowie das Fokusthema AHK „Maritime Innovation“ sprechen für sich.

Die AHK Norwegen wird den erfolgreichen Weg der bilateralen Zusammenarbeit als treibende Kraft weiter mitgestalten und als Sparringpartner für norwegische Wirtschaftsakteure mit Interesse am deutschen Markt fungieren.

Die AHK Norwegen in Zahlen:
seit 33 Jahren
800 Mitgliedsunternehmen
30 Mitarbeiter
55 Veranstaltungen pro Jahr
2100 Teilnehmer